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Infografik: So produziert Deutschland seinen Strom

Deutsche Verbraucher zahlen zu viel für Strom

Deutschland zählt in der Tat zu den teuersten Märkten, was Stromkosten angeht. Klaus Hufnagel von Toptarif macht in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam.

Berlin, Februar 2016 – Hierzulande müssen Stromkunden so tief in die Tasche greifen wie sonst kaum in Europa. Während in der EU eine Kilowattstunde durchschnittlich 17,9 Cent kostet, zahlen Verbraucher in Deutschland 29,5 Cent. Für einen deutschen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden sind das Mehrkosten von 464 Euro. Nur in Dänemark ist Strom mit 30,7 Cent pro Kilowattstunde noch teurer. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif.de (www.toptarif.de) auf Basis von Preisdaten der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Steuern, Abgaben und Umlagen machen in Deutschland 50 Prozent des Strompreises aus
Die großen Preisdifferenzen innerhalb Europas sind auch auf die unterschiedliche Besteuerung von Strom zurückzuführen: „Umlagen, Abgaben und Steuern machen in Deutschland etwa 50 Prozent des Strompreises aus. Mit 15 Cent pro Kilowattstunde zahlen wir dafür dreimal so viel wie der EU-Durchschnitt“, erklärt Klaus Hufnagel, Geschäftsführer des Vergleichsportals TopTarif.

Strom wird in diesem Jahr für Verbraucher wieder teurer
Insgesamt sind in diesem Jahr vier staatliche Umlagen gestiegen, darunter die Ökostromumlage sowie vielerorts die Kosten der Stromnetze. In der Folge kalkulieren im ersten Quartal 2016 knapp 200 Stromanbieter mit höheren Strompreisen – durchschnittlich um rund 3 Prozent. „Energieversorger stehen in diesem Jahr vor höheren Kosten. Diese werden teilweise auf den Verbraucher umgelegt. Gerade vor dem Hintergrund der Energiewende werden wir daher auch in den kommenden Jahren europaweit die höchsten Strompreise zahlen müssen“, prognostiziert Klaus Hufnagel.

Positiv: Wachsende Anbietervielfalt und großes Sparpotenzial
Erfreulich aus Sicht der deutschen Verbraucher ist die wachsende Zahl an Stromanbietern und das große Sparpotenzial für Kunden, die noch nie ihren Anbieter gewechselt haben. Verbraucher können heute durchschnittlich aus mehr als 170 Versorgern in ihrem Postleitzahlbereich wählen und sich für einen passenden Anbieter entscheiden. Trotzdem bleiben viele ihrem Grundversorger treu. Jeder Dritte hat sogar noch nie seinen Anbieter gewechselt: „Wer noch immer Strom im Grundversorgungstarif bezieht, zahlt durchschnittlich 467 Euro im Jahr drauf. Mit Blick auf den europäischen Strompreis ist das die Summe, mit der ein deutscher Haushalt im Vergleich zu Rest-Europa mehr belastet wird“, erklärt Klaus Hufnagel.

Smart Home – vernetze Energiesparkonzepte auf dem Vormarsch

Ist der Herd ausgeschaltet oder brennt vielleicht noch das Licht im Flur? Bei mittlerweile mehr als 300.000 Haushalten in Deutschland stellte sich diese Frage nicht mehr, denn die entsprechenden Bewohner können dank Smart Home Vernetzung einfach nachschauen und gegeben falls von unterwegs auch die Beleuchtung noch abschalten oder de Heizung herunter regeln.

Der Trend hin zur mobilen Vernetzung der eigenen Wohnung mit einer zusätzlichen Steuerung über Smartphone oder Tablet ist dabei ungebrochen. Das Institut Deloitte geht bis 2020 von einer Steigerung bis zu 1,5 Millionen Smart Home Haushalten aus, das wäre im Vergleich zum aktuellen Status eine Verfünffachung der Haushalte. Selbst bei einer konservativen Herangehensweise rechnen die Forscher mit immer noch 1 Millionen Haushalt, die 2020 vernetzt sein werden, was immerhin noch einer Verdreifachung entspricht.

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Grafik: Creative Commons-Lizenz CC BY-ND 3.0. Statista.com

 

Die Unternehmen haben auf diesen Trend reagiert und bieten zunehmend mehr Technik in diesem Bereich. So wirbt gerade die Telekom verstärkt mit Smart Home Systemen, aber auch RWE und beispielsweise Freenet-Mobilcom sind in diesem Sektor aktiv. Der Smart Home Bereich bietet einen neuen Markt, in dem sich sowohl neue Hardware als auch passende Tarife verkaufen lassen.

Der größte Teil der Smart Home Aktivitäten bezieht sich dabei auf Energie- und Stromverbrauch. So sind gerade Beleuchtungskonzepte bei der Vernetzung sehr gefragt aber auch die Verbindung von Geräten und die Fernsteuerung von Anlagen (beispielsweise der Wohnraum-Überwachung).

Stromersparnis gegen Anschaffungskosten

Der Stromverbrauch ist nach wie vor ein wichtiger Kostenfaktor (vor allem weil die Preise unter anderem aufgrund der undurchsichtigen Netzengelte auch 2015 kaum sinken werden) und die Ersparnisse in diesem Bereich werden gerne als Verkaufsargument für die teure neue Technik genutzt. Denn natürlich sind auch Smart Home System nicht kostenfrei sondern verursachen im Gegenteil anfangs hohe Kosten bei der Anschaffung, da viele Geräte mit Zusatzmodulen erst „smart“ gemacht werden müssen. Das betrifft beispielsweise Thermostate bei der Heizung, aber auch Steckdosen oder Beleuchtungssysteme.

Dazu kommen weitere Kosten die mehr oder weniger verdeckt anfallen. Wer den eigenen Haushalt von extern steuern will, braucht auch mobil die richtige Technik und die richtigen Verbindungen. So ist beispielsweise ein Tablet oder Smartphone mit den passenden Apps unbedingt notwendig und der Handytarif sollte auch einen Datenflatrate beinhalten um die Verbindungen nicht zu teuer werden zu lassen. Es werden zwar bei den meisten Smart Home Verbindungen nur wenige Daten übertragen, bei einer Abrechnung ohne Internet-Flatrate kann dies aber trotzdem teuer werden. Daneben muss natürlich auch der Empfang passen. Ist kein Mobilfunk-Netz vorhanden nutzt auch die teure Technik wenig, weil man keine Verbindung herstellen kann.

Die zukünftige Entwicklung im Smart Home Bereich ist daher auch eng mit der weiteren Entwicklung im Bereich der Mobilfunk-Hardware und der Mobilfunk-Tarife gekoppelt. Wenn die Preise für die Komponenten dazu in de nächsten Jahren noch sinken, könnten die Prognosen von 1 bis 1,5 Millionen vernetzter Haushalte bis 2020 durchaus eintreten.