TÜV Nord und Süd – Die Unterschiede der Ökostromlabels!

Der Technische Überwachungsverein oder kurz TÜV ist bei der Vergabe von Ökostrom-Siegeln aktiv. Die unterschiedlichen Güteklassen der Prüfstellen TÜV-Nord und TÜV-Süd machen eine Generalisierung jedoch unmöglich. Nachfolgend sollen die einzelnen Gütesiegel daher näher betrachtet werden.

Dies ist insbesondere für Vergleichsportale, wie www.strom-anmelden.eu wichtig, da dort die Stromtarife mit den entsprechenden Gütesiegeln ausgezeichnet sind.

Gütesiegel für Ökostrom – TÜV Nord

Der TÜV Nord verfügt lediglich über ein Siegel. Es beschreibt, dass der Strom hundertprozentig aus regenerativer Energie gewonnen wurde. Im gleichen Atemzug wird jedoch eingeschränkt, dass eine Erzeugung zu 50% aus Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (umweltfreundlich) gewonnen werden darf. Dies trifft beispielsweise auf das Erdgas zu.

Weiterhin müssen die produzierenden Anlagen den gesetzlichen Anforderungen desErneuerbare Energien Gesetzes (EEG) entsprechen. Etwaige Mehreinnahmen sollen der Förderung von alternativen Energien zugeführt werden. Die Förderung der regenerativen Energien ist sogar in der Basisrichtlinie für Ökostromprodukte des TÜV Nord, als Kriterium für auszuzeichnende Unternehmen, festgelegt.

Am Gütesiegel des TÜV Nord hat es immer mal wieder Kritik gegeben. Freunde der erneuerbaren Energie bemängeln, dass der Strom nur zu 50% aus alternativen Energiequellen stammen muss und zu ebenfalls 50% aus der Kraft-Wärme Kopplung, wenngleich ebenfalls umweltfreundlich, stammen dürfen. Auch die Art der Anlagen zur Erzeugung von regenerativen Energien wurde nicht festgelegt. Zudem wird das Alter der Anlagen nicht berücksichtigt.

Gütesiegel für Ökostrom – TÜV Süd

Die Zertifikate des TÜV Süd unterscheiden sich schon in ihrer Anzahl vom TÜV Nord. Es gibt gleich vier unterschiedliche Güteklassen:

  • UE01 – Strom muss zu 50% aus regenerativen Energien und darf zu 50% aus fossilen Kraft-Wärme Kopplungsanlagen stammen. Preiserhöhungen müssen in regenerative Energien investiert werden. Zudem muss eine zeitgleiche Einspeisung erfolgen.
  • UE02 – Der Strom wird zu 50% aus Erneuerbaren Energien gewonnen und kann restlich durch fossil befeuerte Wärme-Kopplungs-Anlagen ergänzt werden. Wasser- und Windenergie, Biomasse, Biogas, Grubengas, Deponiegas, Geothermie und Solarenergie fallen unter Erneuerbare Energien. Die Kraft-Wärme Kopplungsanlagen müssen einen Jahresnutzungsgrad von mindestens 70% erreichen. Aufschläge auf den Preis müssen in regenerative Energien investiert werden.
  • EE01 – Der Strom wird zu 100% aus erneuerbaren Energien hergestellt und muss zu 25% in Neuanlagen produziert werden. Diese dürfen das Alter von 3 Jahren noch nicht überschritten haben. Preiserhöhungen müssen zu zwei Dritteln in den Ausbau Erneuerbare Energien und vollständig in die Förderung des Klimaschutzes investiert werden.
  • EE02 – Hier wird ebenfalls eine hundertprozentige Erzeugung aus Erneuerbaren Energien verlangt. Weiterhin wird zwischen dem Verbrauch und der Erzeugung eine Zeitgleichheit im Viertelstunden-Raster gefordert. Diese Art des zeitgleichen Einspeisens ist aktuell nur bei Wasserkraft gewährleistet. Die Investitionen in den Klimaschutz finden wie bei EE01 statt.

Kritisiert wird einmal das Vorhandensein unterschiedlicher Siegel, da nur wenige Verbraucher diese kontrollieren. Weiterhin wird negativ angemerkt, dass die Preisaufschläge nicht zu 100% in die Erneuerbaren Energien fließen müssen.

Fazit: Die Ökosiegel des TÜV Nord und Süd sollten vor Vertragsabschluss genau betrachtet werden!

 

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Eine Antwort auf TÜV Nord und Süd – Die Unterschiede der Ökostromlabels!

  1. 123energie sagt:

    Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Wer wissen will, was im Ökostrom drin ist, kann ihn entweder im eigenen Garten selbst produzieren: http://blog.123energie.de/oekostrom-aus-dem-eigenen-garten-was-muss-bei-kleinwindanlagen-beachtet-werden/

    … oder sich informieren, wie sich der Ökostrom des Anbieters zusammensetzt. Unser Ökostrom-Produkt funktioniert beispielsweise über eine Klimaneutralstellung von CO2-Emissionen. Er wird in Wasserkraftwerken in Schweden und Norwegen von Betreibern produziert, welche sich verpflichtet haben, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern.

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